Laub kompostieren: So wird aus Herbstlaub wertvolle Lauberde
Mit einer lockeren Mischung, ausreichend Luft und der richtigen Feuchtigkeit wird aus gesundem Herbstlaub nach und nach wertvolles Material für deinen Gartenboden.
Im Herbst fällt oft mehr Laub an, als sich einfach zwischen Stauden und unter Sträuchern verteilen lässt. Statt die Blätter vollständig zu entsorgen, kannst du einen großen Teil davon kompostieren. Entscheidend ist, dass das Laub locker bleibt, genügend Luft bekommt und nicht als nasse, verdichtete Schicht im Komposter landet.
Besonders gut gelingt die Verrottung, wenn du verschiedene Laubarten mischst, feste Blätter vorher zerkleinerst und zwischendurch strukturreiches sowie frisches Pflanzenmaterial zugibst. So entsteht nach und nach ein dunkles, lockeres Material, das den Gartenboden verbessern kann.
Nicht jedes Blatt muss in den Komposter. Herbstlaub kann auch als schützende Bodenabdeckung, Frostschutz oder Rückzugsort für Gartentiere dienen. Welche Möglichkeit an welcher Stelle sinnvoll ist, zeigt dir der Beitrag Laub sinnvoll nutzen.
Laubkompost und Lauberde sind nicht ganz dasselbe
Die Begriffe werden häufig gleich verwendet, bezeichnen aber zwei etwas unterschiedliche Materialien.
Laubkompost
Laubkompost entsteht, wenn Herbstlaub mit anderen Garten- oder Küchenabfällen vermischt wird. Frischer Rasenschnitt, krautige Pflanzenreste, Gemüseabfälle und kleinere Mengen Kaffeesatz liefern Feuchtigkeit und leicht abbaubare Bestandteile.
Feines Zweigmaterial oder Häckselgut hält die Mischung locker. Dadurch verrottet das Laub meist schneller und das fertige Material enthält mehr Nährstoffe.
Lauberde
Lauberde wird überwiegend aus Blättern hergestellt. Sie braucht länger, ist gewöhnlich nährstoffärmer und dient vor allem als humusreiches Strukturmaterial.
Gut ausgereifte Lauberde kann schwere Böden lockern, sandige Böden beim Speichern von Feuchtigkeit unterstützen und als Bestandteil selbst gemischter Pflanzerden dienen.
Eine ausführlichere Grundlage zu Standort, Mischung und Befüllung eines normalen Gartenkomposts findest du im Beitrag Wie kompostiere ich richtig?.
Welche Blätter sich zum Kompostieren eignen
Weiche, dünne Blätter verrotten meist schneller als feste, lederartige oder gerbstoffreiche Blätter. Eine genaue Sortierung ist nicht nötig. Bei größeren Mengen hilft es aber, die Laubarten grob einzuordnen.
| Blattgruppe | Beispiele | Empfehlung |
|---|---|---|
| Leicht verrottend | Ahorn, Linde, Hasel, Erle und gesundes Laub vieler Obstbäume | Direkt mit anderem Kompostmaterial mischen |
| Langsam verrottend | Eiche, Buche, Walnuss, Kastanie und Platane | Zerkleinern, portionsweise untermischen oder separat zu Lauberde verrotten lassen |
| Nur in kleinen Mengen | Nadeln und sehr feste immergrüne Blätter | Mit vielfältigem Material mischen und nicht als dicke Einzelschicht einfüllen |
| Nicht für den Hauskompost | Stark krankes, faulendes, mit Streusalz belastetes oder deutlich verschmutztes Laub | Nach den örtlichen Vorgaben entsorgen |
Ein einzelnes Eichen- oder Walnussblatt schadet dem Kompost nicht. Schwierigkeiten entstehen eher, wenn fast der gesamte Haufen aus einer langsam verrottenden Laubart besteht. Das Material bleibt dann lange erkennbar und kann zu einer dichten Matte zusammensacken.
Ob Laub auf dem Rasen, unter Sträuchern oder in einem Beet besser liegen bleiben darf, kannst du im Ratgeber Laub liegen lassen oder wegräumen genauer nachlesen.
🛒 Laub rasenschonend einsammeln
Ein leichter Fächerbesen hilft dabei, Herbstlaub von Rasenflächen, Wegen und Beeträndern zu sammeln, ohne Pflanzen unnötig zu beschädigen.
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Laub in sieben Schritten richtig kompostieren
Gesundes Laub sammeln
Sammle überwiegend gesundes Laub von Rasen, Wegen und Beeten. Blätter mit vereinzelten Altersflecken sind nicht automatisch krank. Deutlich von Pilzen, Fäulnis oder Schädlingen befallenes Material solltest du jedoch aussortieren.
Große und feste Blätter zerkleinern
Eichen-, Buchen-, Walnuss- und Kastanienblätter verrotten schneller, wenn sie vorher grob zerkleinert werden. Bei trockenem Laub reicht es häufig, mit dem Rasenmäher darüberzufahren. Das Material muss nicht fein gemahlen werden.
Einen luftigen Platz wählen
Ein halbschattiger, windgeschützter Platz ist günstig. Ein offener Draht- oder Lattenkomposter eignet sich besonders gut, weil Luft von mehreren Seiten an das Material gelangt. Ein normaler Gartenkomposter sollte möglichst auf offenem Boden stehen.
🛒 Luftiger Platz für größere Laubmengen
Ein offener Drahtkomposter hält das Laub zusammen, lässt aber weiterhin Luft von den Seiten an das Material.
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Für eine lockere Grundstruktur sorgen
Beginne mit einer lockeren Lage aus dünnen Zweigen, gehäckseltem Strauchschnitt oder trockenen Staudenstängeln. Mische auch später immer wieder etwas grobes Material unter. Eine dicke Lage aus feuchtem Laub ist deutlich anfälliger für Fäulnis.
Verschiedene Materialien mischen
Ein starres Mischungsverhältnis ist nicht notwendig. Gib das Laub in lockeren Portionen in den Komposter und mische dazwischen leicht angetrockneten Rasenschnitt, zerkleinerte Staudenreste, Gemüse- und Obstreste, kleinere Mengen Kaffeesatz, feines Häckselgut oder etwas reifen Kompost.
Die Feuchtigkeit kontrollieren
Laubkompost soll sich feucht anfühlen, aber beim Zusammendrücken darf kein Wasser herauslaufen. Als Orientierung eignet sich ein gut ausgedrückter Schwamm. Eine Abdeckung schützt vor starkem Regen und schneller Austrocknung, darf den Kompost aber nicht luftdicht verschließen.
Beobachten und bei Bedarf auflockern
Reine Lauberde muss nicht ständig umgesetzt werden. Auflockern oder Umsetzen ist vor allem dann sinnvoll, wenn das Laub zu einer festen Matte zusammensackt, faulig riecht, stark vernässt oder über viele Monate fast unverändert bleibt.
🛒 Feste Blätter und dünne Zweige zerkleinern
Wenn regelmäßig größere Mengen Eichenlaub, Walnusslaub oder Strauchschnitt anfallen, kann ein Häcksler das Material verkleinern und die Mischung lockerer machen.
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Für die übrigen Arbeiten rund um Kübel, Beete, Gartenwege und empfindliche Pflanzen findest du in der Herbst-Checkliste für Balkon und Garten eine praktische Übersicht.
Feuchtigkeit und Luft richtig einschätzen
Bei der Laubkompostierung kommt es weniger auf einen perfekten Aufbau als auf das Gleichgewicht zwischen Feuchtigkeit und Luft an.
Zu trocken
Trockenes Laub bleibt leicht, raschelt und verändert sich kaum. Feuchte das Material beim Auflockern sparsam und möglichst gleichmäßig an.
Zu nass
Nasses Laub fühlt sich schwer und schmierig an. Mische trockenes Strukturmaterial unter und schütze den Kompost vor weiterem Regen.
Zu wenig Luft
Ein fauliger Geruch weist meist auf Sauerstoffmangel hin. Lockere die Masse und ergänze dünne Zweige oder trockenes Häckselgut.
Gute Bedingungen
Ein gut arbeitender Laubkompost bleibt locker, ist gleichmäßig feucht und riecht eher nach Waldboden als nach Fäulnis.
Probleme beim Laubkompost beheben
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | Nächster Schritt |
|---|---|---|
| Das Laub sieht nach Monaten fast unverändert aus | Zu trocken, zu grob oder überwiegend langsam verrottende Blätter | Zerkleinern, leicht anfeuchten und mit frischem Pflanzenmaterial mischen |
| Der Haufen riecht faulig | Zu nass, verdichtet oder zu wenig Struktur | Material auflockern und trockenes Häckselgut oder dünne Zweige untermischen |
| Das Laub ist schmierig und klebt zusammen | Große Mengen nasses Laub wurden auf einmal eingefüllt | Klumpen auseinanderziehen und mit trockenem Material vermischen |
| Der Haufen trocknet schnell aus | Sehr offener, sonniger oder windiger Standort | Leicht anfeuchten und mit einer luftdurchlässigen Abdeckung schützen |
| Viele Blätter bleiben dauerhaft erkennbar | Hoher Anteil an Eichen-, Buchen-, Walnuss- oder Kastanienlaub | Mehr Zeit geben oder das Material als grobe Lauberde weiterreifen lassen |
Kleine Pilzgeflechte, Asseln und andere Bodenorganismen sind nicht automatisch ein Problem. Sie gehören zum natürlichen Abbauprozess. Handlungsbedarf besteht vor allem bei Fäulnisgeruch, starker Vernässung oder einer vollständig verdichteten Masse.
Wie lange Laub zum Verrotten braucht
Eine exakte Zeit lässt sich nicht festlegen. Temperatur, Feuchtigkeit, Laubart, Zerkleinerung und Mischung beeinflussen den Ablauf.
Ein gut gemischter Laubkompost kann innerhalb von etwa sechs bis zwölf Monaten deutlich zerfallen. Bis ein gleichmäßig reifes Material entsteht, kann es jedoch länger dauern.
Überwiegend reine Lauberde benötigt häufig ein bis zwei Jahre. Eichen-, Buchen-, Walnuss- und Kastanienblätter können auch danach noch erkennbare Stücke enthalten. Grobes Material musst du nicht entsorgen. Du kannst es erneut in die Laubbox geben oder als Mulch unter Sträuchern weiterverwenden.
Im Winter verläuft die Rotte langsamer. Sie ist damit aber nicht gescheitert. Sobald es wärmer wird, nimmt die Aktivität im Material wieder zu.
Woran du fertigen Laubkompost erkennst
- Das Material ist dunkelbraun und locker.
- Es riecht angenehm erdig.
- Ganze Blätter sind kaum noch zu erkennen.
- Beim Zusammendrücken tritt kein Wasser aus.
- Die Struktur ist krümelig und nicht schmierig.
- Das ursprüngliche Volumen hat sich deutlich verringert.
Einige kleine Blatt- oder Holzstücke sind unproblematisch. Gröbere Bestandteile kannst du aussieben und wieder in den nächsten Kompost geben.
🛒 Feine Lauberde von groben Resten trennen
Vor der Verwendung in Pflanzmischungen oder beim oberflächlichen Einarbeiten kann ein Kompostsieb grobe Zweige und noch nicht zersetzte Blätter zurückhalten.
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Lauberde im Garten verwenden
Gut ausgereifte Lauberde ist besonders als Bodenverbesserer interessant. Sie bringt organisches Material in den Boden, ohne so nährstoffreich wie klassischer Gartenkompost zu sein.
Schwere Böden lockern
Arbeite eine dünne Lage oberflächlich in schweren Gartenboden ein. Die organische Struktur kann dazu beitragen, dass der Boden langfristig krümeliger und besser bearbeitbar wird.
Sandige Böden verbessern
In leichten Böden unterstützt organisches Material die Fähigkeit, Wasser und Nährstoffe etwas länger zu halten. Der Humusaufbau bleibt jedoch ein fortlaufender Prozess.
Unter Sträuchern mulchen
Noch nicht vollständig zerfallene Lauberde eignet sich als lockere Abdeckung unter Gehölzen. Wie du Mulch richtig verteilst, erfährst du im Beitrag Mulchen im Mai.
Pflanzerden ergänzen
Feine, reife Lauberde kann als Bestandteil einer Pflanzmischung verwendet werden. Nutze sie nicht ungeprüft als alleinige Topf- oder Anzuchterde.
Halbreifes Material weiterverwenden
Halbreife Lauberde lässt sich erneut mit anderem Kompost mischen. Dadurch wird sie weiter abgebaut und muss nicht aussortiert oder entsorgt werden.
Laubkompost ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie sich Gartenreste in einen natürlichen Kreislauf zurückführen lassen. Weitere alltagstaugliche Möglichkeiten findest du im Beitrag Nachhaltige Gartenpflege.
Was nicht auf den Laubkompost gehört
Nicht alles, was im Herbst zusammengefegt wird, ist geeignet. Aussortieren solltest du insbesondere:
- deutlich krankes oder stark von Schädlingen befallenes Laub,
- Blätter mit möglicher Streusalzbelastung,
- stark mit Straßenstaub, Öl oder anderem Schmutz belastetes Material,
- Kunststoff, Draht, Kehricht und Verpackungsreste,
- Hundekot oder Katzenstreu,
- große Mengen gekochter Speisereste,
- dicke und nasse Rasenschnittschichten.
Bei krankem Pflanzenmaterial gelten je nach Erkrankung und Kommune unterschiedliche Entsorgungswege. Beachte deshalb die Vorgaben deines örtlichen Entsorgers.
Häufige Fragen zum Laubkompost
Kann ich nasses Laub kompostieren?
Ja, solange es nicht als kompakte, tropfnasse Schicht eingefüllt wird. Lass sehr nasses Laub kurz abtropfen und mische trockenes Häckselgut, dünne Zweige oder trockene Pflanzenstängel darunter.
Darf Eichen- oder Walnusslaub auf den Kompost?
Kleine Mengen sind normalerweise kein Problem. Größere Mengen solltest du zerkleinern, mit leichter verrottendem Material mischen oder separat in einer Laubbox sammeln. Diese Blätter benötigen deutlich mehr Zeit.
Muss ich Kalk auf den Laubkompost streuen?
Eine pauschale Kalkzugabe ist nicht nötig. Meist helfen Zerkleinern, eine abwechslungsreiche Mischung, genügend Luft und die passende Feuchtigkeit zuverlässiger. Kalk kann den pH-Wert verändern und sollte deshalb nicht gedankenlos auf jeden Kompost gegeben werden.
Kann ich Lauberde als Dünger verwenden?
Lauberde enthält im Vergleich zu gemischtem Gartenkompost meist weniger Nährstoffe. Sie ist vor allem ein Bodenverbesserer. Für stark zehrende Pflanzen kann weiterhin eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung notwendig sein.
Funktioniert Laubkompost auch ohne großen Garten?
Kleinere Mengen können in einem luftigen Drahtbehälter oder einem stabilen, mehrfach gelochten Laubsack gesammelt werden. Der Standort sollte regengeschützt sein und austretende Feuchtigkeit darf keine Böden oder Fassaden verschmutzen. Auf Balkon oder Terrasse sind außerdem die jeweiligen Hausregeln zu beachten.
Aus Herbstlaub entsteht nicht sofort Erde
Laub zu kompostieren braucht keine komplizierte Technik, aber etwas Geduld. Die wichtigsten Punkte sind eine lockere Struktur, ausreichende Feuchtigkeit und eine Mischung, in der Luft zwischen den Blättern bleibt.
Weiche Blätter können direkt in den gemischten Kompost. Festes Eichen-, Buchen- oder Walnusslaub verrottet zuverlässiger, wenn es zerkleinert oder separat gesammelt wird. Riecht der Haufen erdig und bleibt das Material locker, musst du nicht ständig eingreifen.
So wird aus einem Teil des herbstlichen Gartenmaterials nach und nach wertvolle Lauberde. Der Gedanke passt gut zu einem Garten, in dem vorhandene Kreisläufe genutzt werden. Weitere Anregungen dazu findest du unter Gärtnern wie früher.
Lilly🌿
Lilly schreibt über Garten, Balkon und Pflanzenpflege – einfach, persönlich und verständlich.