Asiatische Hornisse – Was tun bei Sichtung?

Asiatische Hornisse erkennen – und richtig reagieren bei Sichtung

Wer viel Zeit im Garten verbringt, kennt sie: Wespen, Bienen, Hummeln – und manchmal auch die deutlich größeren Hornissen. Doch wenn ein besonders dunkles, auffälliges Insekt vorbeischwirrt, wird manch ein Gartenfreund stutzig. Ist das etwa die Asiatische Hornisse? Die Art sorgt in den letzten Jahren zunehmend für Aufsehen – vor allem in naturnahen Gärten, auf Streuobstwiesen und rund um Bienenstöcke.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du die Asiatische Hornisse erkennst, wie du dich bei einer Sichtung richtig verhältst und warum Ruhe und Beobachtung oft die besten Mittel sind.

Was ist die Asiatische Hornisse?

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) stammt ursprünglich aus Südostasien und wurde vermutlich über den internationalen Warenverkehr nach Europa eingeschleppt. Erstmals wurde sie 2004 in Frankreich gesichtet, seitdem breitet sie sich kontinuierlich aus – auch in Deutschland, besonders in milden Regionen wie dem Südwesten.

Im Gegensatz zur heimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro) gilt sie als invasive Art, da sie sich rasant vermehrt und erhebliche Auswirkungen auf heimische Insektenbestände haben kann. Besonders betroffen: Wildbienen und Honigbienen.

So erkennst du die Asiatische Hornisse

Unterschiede zwischen Asiatischer und Europäischer Hornisse:
Merkmal Asiatische Hornisse (Vespa velutina) Europäische Hornisse (Vespa crabro)
Größe 2–3 cm 2,5–3,5 cm
Färbung Dunkler Körper, orange-gelbes Hinterleibsband Rotbraun mit gelb
Beine Gelbe Beinenden Einheitlich dunkel
Brustbereich Schwarzbraun Rötlich-braun
Flugverhalten Ruhig, fast schwebend Kraftvoll, laut
Nestlage Meist hoch oben in Bäumen Auch in Gebäuden oder Bodenhöhlen

Ein deutliches Erkennungsmerkmal der Asiatischen Hornisse ist das auffällig gelbe Beinpaar – oft gut sichtbar im Flug.

Ist die Asiatische Hornisse gefährlich?

Für den Menschen gilt: Nein, die Asiatische Hornisse ist nicht aggressiver als andere Wespen oder Hornissen. Sie sticht nur, wenn sie sich bedroht fühlt – insbesondere in Nestnähe. Ihr Stich ist vergleichbar mit dem einer Honigbiene oder Wespe.

Gefährlich wird es aber für andere Insekten. Die Asiatische Hornisse ernährt sich vor allem von Fluginsekten – und hat dabei eine Vorliebe für Honigbienen. Vor Bienenstöcken lauert sie und fängt die Heimkehrerinnen im Flug ab. Für Imker kann das erhebliche Folgen haben.

Was tun bei Sichtung?

Wenn du eine Asiatische Hornisse im Garten entdeckst, ist der wichtigste Tipp: ruhig bleiben. Du musst nicht panisch reagieren – aber du solltest aufmerksam sein.

Beobachten

Halte Abstand und beobachte ihr Verhalten. Einzelne Tiere sind meist auf Futtersuche – kein Grund zur Sorge.

Foto machen

Wenn möglich, mach ein Foto aus sicherer Entfernung – etwa beim Sitzen auf einer Blüte oder beim Trinken.

Fund melden

Einzelne Sichtungen kannst du unkompliziert melden:

  • NABU-Insektenwelt-App

  • Untere Naturschutzbehörde oder das Umweltamt deiner Stadt

Je genauer die Datenlage, desto besser kann man das Vorkommen einschätzen und Gegenmaßnahmen koordinieren.

Was tun bei einem Nest?

Findest du ein Nest – meist kugelförmig und in Bäumen oder hohen Gebäudestrukturen – gilt:

🚫 Nicht selbst handeln!
Das Entfernen von Nestern ist gefährlich und gesetzlich geregelt. Die Tiere verteidigen ihr Nest vehement – ein Stichschwarm kann ernsthafte Folgen haben. Melde den Fund an die zuständige Behörde oder über eine der o. g. Plattformen. Fachleute entscheiden dann über das weitere Vorgehen.

Wie kannst du deinen Garten anpassen?

Ein insektenfreundlicher Garten ist nicht automatisch gefährdeter – im Gegenteil. Je vielfältiger dein Garten ist, desto mehr förderst du das Gleichgewicht zwischen verschiedenen Arten.

Tipps für den Alltag:

  • Blühpflanzen und Wildblumen fördern Bienen und Nützlinge

  • Kompost abdecken, wenn er viele Fluginsekten anzieht

  • Garten regelmäßig kontrollieren – Sichtungen frühzeitig melden

  • Bienenstöcke mit Schutzgittern versehen (für Imker:innen relevant)

Fazit: Ruhe, Wissen und Meldung

Die Asiatische Hornisse ist inzwischen Teil unserer Natur geworden – ob wir wollen oder nicht. Statt Panik und Vernichtungsversuchen helfen Aufklärung, Beobachtung und gezielte Maßnahmen. Wer informiert handelt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch unsere heimische Insektenwelt.


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Lilly

2 Kommentare zu „Asiatische Hornisse – Was tun bei Sichtung?“

  1. Hallo,
    „verantwortliche Auftraggeber für die Nestbeseitigung sind die Eigentümer des Hauses/ Geländes, wo sich das Nest befindet.
    Diese Rückmeldung bekam ich aus dem Kreishaus Düren (NRW) zu meiner Frage, wer die Nestentfernung bezahlt. Mich wundert es nicht, dass die Asiatische Hornich jetzt deutlich zulegt.
    VG
    M. Mertens

  2. Hallo zurück,

    vielen Dank für Ihre Rückmeldung und den Hinweis aus dem Kreishaus Düren – das ist ein sehr wichtiger Punkt. Tatsächlich liegt die Verantwortung für die Beseitigung von Nestern in den meisten Fällen tatsächlich bei den Eigentümern des betroffenen Grundstücks oder Gebäudes. Das kann im Einzelfall natürlich mit nicht unerheblichen Kosten verbunden sein, weshalb viele Kommunen inzwischen zusätzlich Informationsangebote oder Beratungen zur Verfügung stellen, um Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen.

    Dass sich die Asiatische Hornisse immer stärker verbreitet, überrascht leider wirklich nicht. Durch ihre hohe Anpassungsfähigkeit und die fehlenden natürlichen Feinde hierzulande breitet sie sich sehr schnell aus. Umso wichtiger ist es, dass Funde konsequent gemeldet und – wenn notwendig – fachgerecht entfernt werden, damit sich die Art nicht ungebremst etabliert.

    Herzliche Grüße
    Lilly

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