☀️ Sommerpflege · Soforthilfe für Garten, Balkon & Kübel

Pflanzen bei Hitze retten: Was du sofort tun kannst, wenn Blätter schlapp hängen

Schlappe Blätter sehen im Sommer schnell dramatisch aus. Doch nicht jede Pflanze braucht sofort mehr Wasser. Oft hilft erst einmal: Erde prüfen, Schatten geben, richtig gießen – und nicht hektisch werden.

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Pflanzen bei Hitze retten: schlappe Blätter an heißen Sommertagen richtig versorgen
Wenn Pflanzen bei Hitze schlapp hängen, ist nicht immer Wassermangel schuld. Erst die Erde prüfen, dann gezielt handeln.

Pflanzen bei Hitze retten: Erst prüfen, dann handeln

Es gibt diesen typischen Moment im Sommer: Man schaut mittags oder am Nachmittag auf den Balkon, ins Hochbeet oder in den Garten – und plötzlich hängen die Blätter. Gestern sah noch alles frisch aus, heute wirken Tomaten, Hortensien, Basilikum oder die frisch gesetzten Sommerblumen weich, müde und irgendwie „zusammengefallen“.

Der erste Impuls ist meistens: Schnell gießen!

Und ja, manchmal ist genau das richtig. Aber eben nicht immer. Gerade bei Hitze können Pflanzen auch dann schlapp hängen, wenn die Erde noch feucht ist. Dann ist nicht automatisch Wassermangel das Problem, sondern Hitzestress, zu starke Sonne, trockener Wind, ein überhitzter Topf oder ein Wurzelbereich, der gerade gar nicht richtig arbeiten kann.

Wenn du bei Balkonpflanzen häufiger unsicher bist, passt ergänzend auch dein Beitrag Balkonpflanzen im Frühling richtig gießen . Dort geht es genau um Sonne, Wind, kalte Nächte und die Frage, warum nicht jede trockene Oberfläche automatisch Wassermangel bedeutet.

Deshalb ist mein wichtigster Tipp für heiße Tage: Nicht hektisch werden, aber zügig prüfen. Eine Pflanze, die bei Hitze die Blätter hängen lässt, ist nicht sofort verloren. Oft schützt sie sich gerade nur selbst. Wenn du jetzt ruhig und in der richtigen Reihenfolge vorgehst, kannst du sehr viel retten.

Warum Pflanzen bei Hitze schlapp hängen

Schlappe Blätter sehen dramatisch aus, sind aber erst einmal ein Zeichen: Die Pflanze verliert mehr Wasser über ihre Blätter, als sie über die Wurzeln nachliefern kann. Das passiert besonders schnell bei starker Sonne, heißem Wind, kleinen Töpfen, dunklen Pflanzgefäßen oder frisch gesetzten Pflanzen mit noch schwachem Wurzelwerk.

Bei großer Hitze schließen Pflanzen teilweise ihre Spaltöffnungen, um weniger Wasser zu verlieren. Dadurch läuft aber auch der Stoffwechsel langsamer. Die Pflanze wächst dann nicht fröhlich weiter, sondern geht eher in eine Art Sparmodus. Das ist auch der Grund, warum manche Pflanzen an sehr heißen Tagen mittags schlapp aussehen und sich abends wieder aufrichten.

Wichtig ist der Unterschied zwischen vorübergehendem Hitzestress und echtem Wassermangel. Wenn Pflanzen trotz Wasser und Dünger nicht richtig wachsen, liegt das Problem übrigens oft tiefer: bei Wurzeln, Substrat, Standort oder Stress. Dazu passt sehr gut dein Beitrag Warum wachsen Pflanzen trotz Wasser und Dünger nicht? .

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Vorübergehender Hitzestress

Oft sieht die Pflanze mittags erschöpft aus, richtet sich aber später wieder auf.

  • Blätter hängen vor allem in der Mittagshitze.
  • Die Erde ist tiefer unten noch leicht feucht.
  • Die Pflanze sieht abends oder morgens wieder besser aus.
  • Es gibt noch keine knusprigen, braunen Blattränder.
💧

Echter Wassermangel

Hier fehlt der Pflanze wirklich Wasser im Wurzelbereich.

  • Die Erde ist auch einige Zentimeter tief trocken.
  • Der Topf fühlt sich ungewöhnlich leicht an.
  • Blätter werden trocken, papierartig oder rollen sich ein.
  • Die Pflanze erholt sich auch abends kaum.

Gartenwissen-Hinweis: Hängende Blätter, besonders schon am frühen Morgen, können ein Zeichen für Trockenstress sein. Gleichzeitig sollte gründlich und langsam gegossen werden, damit Wasser wirklich in tiefere Bodenschichten gelangt.

Soforthilfe: Was du in den ersten Minuten tun kannst

Wenn deine Pflanze bei Hitze schlapp hängt, würde ich nicht sofort zur Gießkanne greifen, sondern kurz diese Reihenfolge abarbeiten.

1

Erde prüfen – nicht nur oben

Die oberste Erdschicht kann knochentrocken wirken, obwohl es darunter noch feucht ist. Umgekehrt kann die Oberfläche nach einem kurzen Guss dunkel aussehen, während der Wurzelballen innen trocken geblieben ist.

Steck deshalb den Finger zwei bis fünf Zentimeter tief in die Erde. Bei größeren Kübeln darfst du ruhig noch etwas tiefer prüfen. Fühlt sich die Erde dort trocken und warm an, braucht die Pflanze Wasser. Fühlt sie sich kühl und feucht an, ist eher Hitze oder Wurzelstress das Problem.

Bei Zimmer- oder Topfpflanzen passt ergänzend dein Beitrag Zimmerpflanzen gießen , weil dort die Fingerprobe und typische Gießfehler noch einmal ausführlich erklärt werden.

2

Pflanze aus der prallen Sonne nehmen

Bei Topfpflanzen ist das meist der schnellste und schonendste Schritt. Stell die Pflanze für ein paar Stunden an einen hellen, aber geschützten Platz. Nicht in einen dunklen Keller, nicht in einen stickigen Raum, sondern einfach aus der direkten Mittagssonne heraus.

  • heller Halbschatten
  • die Ostseite des Balkons
  • ein Platz unter einem Sonnenschirm
  • Schatten durch größere Pflanzen
  • ein luftiger Bereich an der Hauswand

Bei Beetpflanzen helfen Schattiernetze, ein helles Tuch, ein alter Bettbezug, ein Sonnensegel oder zur Not ein aufgestellter Gartenstuhl mit Tuch darüber. Wichtig ist: Die Luft muss noch zirkulieren können.

3

Nicht über die Blätter retten wollen

Wenn Blätter schlapp hängen, wirkt es verlockend, die ganze Pflanze schnell mit Wasser zu besprühen. Bei starker Sonne ist das aber selten die beste Idee. Wichtiger ist Wasser im Wurzelbereich.

Gieße also möglichst direkt auf die Erde. Die Pflanze nimmt Wasser über die Wurzeln auf, nicht über eine schnelle Dusche auf den Blättern. Bei empfindlichen Pflanzen können dauerhaft nasse Blätter außerdem Pilzprobleme begünstigen, besonders wenn sie abends nicht mehr gut abtrocknen.

4

Wind mitdenken

Hitze allein ist schon anstrengend. Hitze plus trockener Wind ist für viele Pflanzen noch viel härter. Auf Balkonen merkt man das besonders: Die Sonne scheint, der Topf erwärmt sich, und der Wind zieht zusätzlich Feuchtigkeit aus Blättern und Erde.

Wenn deine Pflanze in einer heißen, windigen Ecke steht, hilft oft schon ein kleiner Windschutz. Das kann ein Rankgitter, eine größere Nachbarpflanze, ein Sichtschutz oder eine halbhohe Balkonverkleidung sein.

Gießen bei Hitze: Wann Wasser hilft – und wann nicht

Natürlich brauchen Pflanzen an heißen Tagen Wasser. Aber gerade bei Hitze macht die Art des Gießens einen großen Unterschied. Wenn du dieses Thema später noch vertiefen möchtest, passt der Beitrag Morgens oder abends gießen? sehr gut als weiterführende Ergänzung.

Ein kleiner Schluck oben auf die Erde beruhigt zwar kurz das Gewissen, hilft der Pflanze aber oft kaum. Das Wasser verdunstet schnell oder läuft am trockenen Ballen vorbei. Besser ist langsames, gründliches Gießen.

🪴

Wenn die Erde trocken ist

Ist die Erde wirklich trocken, gieße langsam und in mehreren kleinen Runden. Besonders bei Töpfen und Kübeln läuft Wasser sonst gern seitlich am Wurzelballen vorbei und unten direkt wieder heraus.

  • Erst langsam angießen.
  • Zwei bis drei Minuten warten.
  • Danach noch einmal gießen.
  • Wenn Wasser unten herausläuft, kurz abtropfen lassen.
  • Nach zehn Minuten prüfen, ob der Ballen wirklich Feuchtigkeit aufgenommen hat.

Bei sehr trockenen Topfpflanzen ist ein Wasserbad oft besser. Stell den Topf für etwa 15 bis 30 Minuten in einen Eimer oder eine Wanne mit Wasser, bis sich der Ballen wieder vollsaugen kann. Danach gut abtropfen lassen. Der Topf darf nicht dauerhaft im Wasser stehen.

⚠️

Wenn die Erde noch feucht ist

Hängt die Pflanze schlapp, obwohl die Erde feucht ist, bitte nicht einfach weitergießen. Das ist einer der häufigsten Fehler bei Hitze.

Wichtig: Wenn die Wurzeln bereits unter Sauerstoffmangel leiden oder die Erde zu nass ist, verschlimmert zusätzliches Wasser das Problem. Die Pflanze sieht dann zwar aus, als hätte sie Durst, kann aber über gestresste oder geschädigte Wurzeln kaum Wasser aufnehmen.

In diesem Fall ist Schatten wichtiger als noch mehr Wasser. Stell die Pflanze kühler, prüfe den Übertopf auf stehendes Wasser und lass überschüssige Feuchtigkeit ablaufen. Wenn du Staunässe im Topf besser vermeiden möchtest, passt dazu dein Beitrag Blähton im Topf richtig anwenden .

Morgens ist meistens der bessere Zeitpunkt

Wenn du an heißen Tagen planbar gießen kannst, ist der Morgen meist am angenehmsten. Die Pflanze startet besser versorgt in den Tag, Wasser verdunstet nicht ganz so schnell, und Blätter oder Erdoberfläche können im Laufe des Tages besser abtrocknen.

Abends gießen kann trotzdem sinnvoll sein, wenn eine Pflanze wirklich trocken ist und dringend Wasser braucht. Dann würde ich aber besonders darauf achten, nicht die Blätter nass zu machen und keine Staunässe zu verursachen.

Schatten schaffen, ohne die Pflanze zusätzlich zu stressen

Schatten ist bei Hitze oft die schnellste Rettung. Aber auch hier gibt es einen Unterschied zwischen hilfreich und zu viel des Guten.

Eine Pflanze, die den ganzen Tag in voller Sonne stand und schlapp macht, braucht meist keinen dunklen Standort, sondern Entlastung. Heller Schatten ist ideal. Also Licht ja, direkte brennende Mittagssonne nein.

Für Balkon und Terrasse

  • Sonnenschirm
  • helles Tuch
  • Schattiernetz
  • größere Pflanznachbarn
  • Bambusmatten
  • Rankgitter mit leichter Beschattung
  • Standortwechsel an die Ost- oder Nordostseite

Für Beete

  • Gartenvlies als lockerer Sonnenschutz
  • Schattiernetz über Jungpflanzen
  • umgedrehte Gemüsekisten mit Abstand
  • Zweige als leichter Schattenspender
  • höhere Pflanzen als natürliche Beschattung

Nicht vergessen: Dunkle Abdeckungen können sich stark aufheizen. Ein schwarzes Tuch direkt über empfindlichen Pflanzen ist deshalb keine gute Idee. Helle, luftige Materialien sind an Hitzetagen meist besser.

Topfpflanzen, Balkonpflanzen und Beete: Die Unterschiede

Nicht jede Pflanze leidet auf die gleiche Weise. Gerade der Standort entscheidet stark darüber, welche Sofortmaßnahme am besten hilft.

🪴

Topfpflanzen: Der Wurzelballen wird schnell heiß

Topfpflanzen sind bei Hitze besonders empfindlich, weil ihr Wurzelraum begrenzt ist. In einem dunklen Kunststofftopf oder kleinen Terrakottatopf kann sich die Erde stark erwärmen. Dann leidet nicht nur das Laub, sondern auch der Wurzelbereich.

  • Topf aus der Mittagssonne nehmen
  • Übertopf entfernen, wenn sich Hitze staut
  • helle Übertöpfe oder Schattierung nutzen
  • Erde gleichmäßig feucht, aber nicht nass halten
  • bei Bedarf in größere Gefäße umtopfen
  • Oberfläche mit Mulch, Stroh oder feinem Rindenmaterial schützen

Gerade kleine Töpfe trocknen in Hitzephasen so schnell aus, dass einmal Gießen am Tag manchmal nicht reicht. Dann ist aber nicht mehr Wasser auf einmal die Lösung, sondern bessere Wasserspeicherung, größere Gefäße oder ein geschützterer Standort. Mehr Grundlagen dazu findest du im Beitrag Richtige Topf- und Substratwahl .

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Balkonpflanzen: Sonne, Wind und wenig Erde

Auf dem Balkon kommen mehrere Stressfaktoren zusammen: reflektierende Hauswände, warme Bodenplatten, Wind, kleine Kästen und oft Südlage. Kein Wunder, dass Balkonpflanzen an heißen Tagen schneller schlapp aussehen als Pflanzen im Beet.

Besonders gefährdet sind frisch gepflanzte Blumen, Basilikum, Minze, Petersilie, junge Tomaten, Gurken und Pflanzen in kleinen Kästen. Für Kräuter auf dem Balkon passt ergänzend der Beitrag Kräuter auf dem Balkon richtig gießen .

  • morgens gründlich gießen
  • Kästen beschatten, nicht nur die Blätter
  • Töpfe nicht direkt auf heiße Steinplatten stellen
  • Untersetzer kontrollieren
  • windige Ecken entschärfen
  • bei Extremhitze empfindliche Pflanzen vorübergehend umstellen

Einfacher Trick: Stell kleine Töpfe in eine größere Kiste und fülle die Zwischenräume mit etwas Rindenmulch, Blähton oder Stroh. Das isoliert ein wenig und verhindert, dass jeder Topf einzeln in der Sonne „kocht“.

🌱

Beetpflanzen: Tiefer gießen statt täglich oberflächlich

Im Beet ist der Boden meist besser gepuffert als im Topf. Trotzdem leiden junge Pflanzen, flach wurzelnde Kulturen und frisch gesetzte Stauden bei Hitze schnell.

Hier ist tiefes Gießen besonders wichtig. Lieber seltener, aber durchdringend gießen, als jeden Tag nur die Oberfläche anzufeuchten. Denn oberflächliches Gießen hält Wurzeln eher oben. Tiefes Gießen lockt sie langfristig in tiefere Bodenschichten, wo sie besser versorgt sind.

Mulch hilft zusätzlich. Eine dünne Schicht aus Rasenschnitt, Stroh, Laubkompost oder anderem organischen Material hält die Feuchtigkeit länger im Boden und schützt die Oberfläche vor direkter Sonneneinstrahlung.

Was du nach der Hitze besser nicht tun solltest

Wenn eine Pflanze nach einem heißen Tag mitgenommen aussieht, möchte man oft besonders viel tun. Düngen, schneiden, umtopfen, kräftig zurückschneiden – irgendetwas muss doch helfen.

Genau das ist aber oft zu viel.

Nicht sofort düngen

Eine hitzegestresste Pflanze braucht nicht als Erstes Dünger. Sie braucht Wasserbalance, Schatten, Ruhe und stabile Bedingungen. Dünger kann in dieser Situation sogar zusätzlich stressen, vor allem wenn der Wurzelbereich trocken oder geschwächt ist.

Warte lieber, bis die Pflanze sichtbar wieder stabiler ist. Danach kannst du sanft weiterpflegen.

Nicht radikal zurückschneiden

Braune, komplett vertrocknete Pflanzenteile kannst du später entfernen. Aber schneide nicht sofort alles weg, was irgendwie traurig aussieht. Halb geschädigte Blätter können der Pflanze noch Schatten geben und teilweise weiter Photosynthese betreiben.

Nicht ständig den Standort wechseln

Einmal aus der prallen Sonne herausstellen: ja. Mehrmals täglich hin und her tragen: eher nein.

Pflanzen mögen keine dauernden Extreme. Wenn du einen geschützten, hellen Platz gefunden hast, lass die Pflanze dort erst einmal zur Ruhe kommen.

Woran du erkennst, ob sich die Pflanze wieder erholt

Eine Pflanze erholt sich nicht immer innerhalb von zehn Minuten. Je nach Art, Temperatur und Schaden kann es ein paar Stunden oder auch ein bis zwei Tage dauern.

Gute Zeichen

  • Blätter richten sich abends oder morgens wieder auf.
  • Neue Triebe bleiben fest.
  • Die Erde nimmt Wasser wieder normal auf.
  • Es entstehen keine neuen braunen, trockenen Ränder.
  • Die Pflanze wirkt insgesamt stabiler.

Schlechte Zeichen

  • Blätter bleiben auch morgens komplett schlaff.
  • Stiele werden weich oder matschig.
  • Erde riecht faulig.
  • Der Topf ist nass, aber die Pflanze welkt weiter.
  • Blätter werden großflächig braun, trocken oder fallen ab.

Wenn trotz feuchter Erde nichts besser wird: Dann lohnt sich ein genauer Blick auf die Wurzeln. Gesunde Wurzeln sind je nach Pflanze hell, fest und riechen neutral. Faulige Wurzeln sind weich, dunkel und riechen unangenehm. Dann geht es nicht mehr nur um Hitze, sondern sehr wahrscheinlich auch um Staunässe oder Wurzelschäden.

Vorbeugen: So kommen deine Pflanzen besser durch heiße Tage

Am besten rettet man Pflanzen bei Hitze natürlich, bevor sie richtig leiden. Ein paar kleine Vorbereitungen machen hier einen großen Unterschied.

Größere Töpfe verwenden

Kleine Töpfe sehen hübsch aus, trocknen aber extrem schnell aus. Je weniger Erde vorhanden ist, desto schneller kippt die Feuchtigkeit. Für sonnige Balkone sind etwas größere Gefäße oft viel entspannter.

Erde verbessern

Sehr torfige oder stark ausgetrocknete Erde nimmt Wasser manchmal schlecht wieder auf. Dann läuft das Wasser seitlich vorbei. Gute Pflanzerde, etwas Kompost, Kokosfaser oder andere wasserspeichernde Bestandteile können helfen, die Feuchtigkeit gleichmäßiger zu halten.

Mulchen

Mulch ist nicht nur etwas für große Beete. Auch Töpfe und Kübel profitieren von einer dünnen Mulchschicht. Sie schützt die Erde vor direkter Sonne und reduziert Verdunstung.

  • feiner Rindenmulch
  • Stroh
  • Rasenschnitt in dünner Schicht
  • Laubkompost
  • Schafwolle
  • mineralischer Mulch bei mediterranen Pflanzen

Bei Kräutern musst du ein wenig unterscheiden. Basilikum, Petersilie und Minze mögen gleichmäßigere Feuchtigkeit. Rosmarin, Thymian und Salbei wollen dagegen keine dauerhaft nasse Erde.

Pflanzen langsam an Sonne gewöhnen

Frisch gekaufte Pflanzen standen oft nicht unter denselben Bedingungen wie später auf deinem Balkon oder im Beet. Wenn sie plötzlich von der Gärtnerei oder Fensterbank in volle Sommersonne kommen, ist Hitzestress fast vorprogrammiert.

Besser ist eine kurze Eingewöhnung: Erst hell, aber geschützt. Dann ein paar Stunden Sonne. Danach erst der endgültige Standort.

Vor heißen Tagen vorbereiten

Wenn ein sehr heißer Tag angekündigt ist, kannst du schon morgens viel tun:

  • gründlich gießen
  • empfindliche Töpfe in den Halbschatten stellen
  • Schattiernetz bereitlegen
  • kleine Töpfe zusammenstellen
  • Untersetzer kontrollieren
  • Mulch ergänzen
  • frisch gepflanzte Jungpflanzen besonders schützen

Das klingt unspektakulär, macht aber in der Praxis oft den Unterschied.

Notfallplan

Mein einfacher Notfallplan bei schlappen Blättern

Wenn du dir nur eine kleine Reihenfolge merken möchtest, dann diese:

1Erde prüfen
2Schatten geben
3Langsam gießen, wenn trocken
4Nicht nachgießen, wenn feucht
5Pflanze in Ruhe beobachten

Dieser Ablauf verhindert die häufigsten Fehler: hektisches Übergießen, falsches Besprühen, zu schneller Rückschnitt und unnötiges Düngen.

Gerade im Sommer ist weniger Aktion manchmal mehr Hilfe. Pflanzen sind erstaunlich robust, wenn man ihnen nicht zusätzlich Stress macht.

Notfallplan für Pflanzen bei Hitze: Erde prüfen, Schatten geben und richtig gießen
Als Merkhilfe für heiße Tage: Erst prüfen, dann handeln – so vermeidest du die häufigsten Fehler bei schlappen Pflanzen.

Kurzer Überblick: Was hilft bei welchem Problem?

Beobachtung Wahrscheinlicher Grund Was du jetzt tun kannst
Blätter hängen mittags, Erde ist noch feucht Hitzestress, Sonne oder Wind Schatten geben, Windschutz schaffen, nicht zusätzlich gießen
Topf ist sehr leicht, Erde tief trocken Wassermangel Langsam in mehreren Runden gießen oder Wasserbad nutzen
Topf ist nass, Pflanze welkt trotzdem Wurzelstress oder Staunässe Übertopf prüfen, Wasser ablaufen lassen, nicht weitergießen
Blattränder werden braun und trocken Hitzeschaden oder Trockenstress Standort entlasten, Wasserversorgung prüfen, später vorsichtig entfernen
Pflanze richtet sich abends wieder auf Vorübergehender Hitzestress Weiter beobachten, morgens besser versorgen, eventuell beschatten
Fazit

Pflanzen bei Hitze retten heißt nicht automatisch mehr gießen

Wenn Pflanzen bei Hitze die Blätter hängen lassen, ist das erst einmal ein Warnsignal – aber noch kein Todesurteil. Wichtig ist, dass du nicht automatisch zur Gießkanne greifst, sondern kurz prüfst, was wirklich los ist.

Ist die Erde trocken, hilft gründliches, langsames Gießen. Ist die Erde feucht, braucht die Pflanze eher Schatten, Luft und Ruhe. Topfpflanzen solltest du aus der prallen Sonne nehmen, Balkonpflanzen vor Wind und aufgeheizten Flächen schützen, Beetpflanzen lieber tief als oberflächlich gießen.

Und ganz wichtig: Nach einem Hitzetag nicht sofort schneiden, düngen oder panisch umtopfen. Viele Pflanzen brauchen einfach ein paar kühlere Stunden, um sich wieder zu fangen.

Kurze FAQ: Pflanzen bei Hitze retten

Soll ich eine schlappe Pflanze sofort gießen?

Nicht automatisch. Prüfe zuerst die Erde zwei bis fünf Zentimeter tief. Ist sie trocken, hilft langsames Gießen. Ist sie noch feucht, sind Schatten, Luft und Ruhe oft wichtiger.

Warum hängen Blätter trotz feuchter Erde?

Dann kann Hitzestress, Wurzelstress, Staunässe oder zu starke Sonne dahinterstecken. Mehr Wasser würde das Problem oft verschlimmern.

Ist morgens oder abends gießen besser?

Morgens ist meistens besser, weil die Pflanze gut versorgt in den Tag startet und Feuchtigkeit nicht so lange kühl und nass an Blättern oder Oberfläche bleibt. Bei akutem Wassermangel darfst du aber auch abends gießen.

Darf ich Pflanzen bei Sonne mit Wasser besprühen?

Bei starker Sonne ist das selten die beste Sofortmaßnahme. Wichtiger ist Wasser im Wurzelbereich. Dauerhaft nasse Blätter können außerdem Pilzprobleme begünstigen.

Bild von Lilly
Lilly

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